Grisham Thriller mit überraschenden Wendungen
Zum Nägel kauen / 15. Januar 2012

Vor 4 Jahren inszenierte er seinen Tod, doch bald ist klar, dass mit Paul Lanigan auch 90 Millionen Dollar verschwunden sind. Jetzt endlich konnte man ihn in einem Dorf im tiefsten Brasilien ausfindig machen und verhaften. In die Staaten zurückgebracht verständigt Lanigan seinen ehemaligen Freund Sandy Mc Dermott, der ebenfalls Anwalt ist, und bittet ihn, die Verteidigung zu übernehmen. Nach und nach entpuppt sich der vorgetäuschte Tod als Notlösung, um die 90 Millionen Dollar nicht zu klauen, sondern sicherzustellen. Denn das Geld ist alles andere als sauber … Der vorliegende Roman von Grisham zeigt einmal mehr das Ausnahmetalent des Autors, sehr komplexe und verstrickte Handlungen so zu schreiben, dass man nie den Faden verliert. In diesem Fall sind es zahlreiche Rückblenden, die mehr und mehr klar machen, dass Paul Lanigan eben nicht jener Bösewicht ist, für den ihn alle halten. Spannende Lektüre! Der Partner von John Grisham, ISBN: 978-3-453-15165-9

Kein richtiger Gerichtsthriller, sondern mehr Politkrimi
Zum Nachdenken / 15. Januar 2012

Die Anwälte Wes und Mary Grace Payton gewinnen einen Prozess gegen einen Chemiekonzern. Plötzlich steht die Summe von 41 Millionen Dollar im Raum. Für die Paytons vielleicht das Ende einer langen Durststrecke – all ihr Besitz steckt in diesem Prozess, ihre Schulden belaufen sich mittlerweile auf 400.000 Dollar. Im Grunde gilt es jetzt die Berufung durchzufechten. Womit weder die Paytons noch ihre Mandanten rechnen: eine korrupte Institution, deren Macht bis in die höchste Ebene der Politik reicht, ist dabei den Berufungsrichter gegen einen ihrer Leute auszutauschen. Und so erleben die vermeintlichen Sieger die Niederlage ihres Lebens. John Grisham schreibt in diesem Fall nur periphär über einen Prozess, sondern blickt viel mehr hinter die Kulissen der Maschinerie. Wo Berufungsrichter gewählt werden können, kann man auch manipulieren. Und wie das gemacht wird, schildert der Autor auf eindrucksvolle Art und Weise. Wie immer sind eine Menge Emotionen im Spiel, weil man als Leser natürlich sieht, was da auf die ahnungslose Klägerpartei zukommt. Das Ende des Romans ist jedoch ein wenig „lieblos“ geschrieben. Auf den letzten Seiten passieren eine Menge Dinge, die aufzeigen, dass zuallerletzt vielleicht doch die Gerechtigkeit siegt. Die Betonung liegt auf „vielleicht“ und: für diese Kurve, die der Autor da kriegen…