Das Leben ist schon seltsam, vor allem wenn man tot ist

14. Februar 2012

Als Sascha wieder einmal einen Luxusschlitten klaut, staunt er nicht schlecht, als er im Kofferraum eine Frauenleiche findet. Und noch mehr staunt er, als er kurze Zeit sich selbst sieht – mausetot auf der Straße liegen. Sein Leichnam landet in der Gerichtsmedizin im Kühlfach 4, das fortan sein zuhause ist, denn aus einem unerklärlichen Grund wurden sein Geist und sein Körper voneinander getrennt. Hört sich anfangs super an – dabei kann Geist sein einem ganz schön auf den Geist gehen, wenn man davon habsieht, dass man sich nie wieder frisieren muss. Denn so ganz ohne Körper und damit ohne Stimmbänder kann man sich nur schwer bemerkbar machen. Doch wie es der Zufall will, gibt es einen Gerichtsmediziner, der als einziger seine Gegenwart spürt und quasi Saschas Gedanken als Stimme im Kopf hört. Martin Gänswein heißt der Auserwählte, der fortan als Medium fungiert und von Sascha beauftragt wird seinen Tod aufzuklären. Das Dreamteam Geist-Gerichtsmediziner macht sich also auf die tollpatschige Suche nach dem Täter und landet dabei im tief kriminellen Milieu. Da ist ein blaues Auge schnell eingefangen …

Jutta Profijt ist mit ihrem Krimi aus dem Seziersaal ein überaus komischer und rotzfrecher Roman gelungen. Man würde einer Frau wohl kaum einen derartigen Slang zutrauen, wie sie ihn ihrem Geist Sascha andichtet – das Feuerwerk an coolen Sprüchen und witzigen Dialogen ist schlichtweg genial. Wörter wie „geistesgestört“ oder „geistreich“ bekommen da eine völlig neue Bedeutung.

Wer also eine wirklich spaßige und trotzdem spannende Unterhaltung sucht, und gerne Tränen lacht, wird mit diesem Buch bestens bedient. Ich habe mir sofort den Folgeroman gekauft, denn, dass so ein Geist nicht einfach auf der letzten Seite verschwindet, ist wohl klar.

Kühlfach 4
von Jutta Profijt, ISBN: 978-3-42321129-1

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