In die Berg’ bin i gern … oder doch lieber nicht?

Jeremiah Salinger ist ein amerikanischer Drehbuchautor, der mit seiner Ehefrau Anneliese und seiner Tochter Clara den weiten Weg von New York nach Siebenhoch auf sich nimmt – einem kleinen Südtiroler Bergdorf aus der Anneliese stammt. Ein schwerer Schicksalsschlag, bei dem Salinger fast ums Leben kommt sorgt dafür, dass sie länger in Südtirol bleiben als erwartet. Salinger, der dennoch stets seinen Instinkten auf der Suche nach eine guten Story folgt, hört irgendwann zum ersten Mal die Geschichte vom Blettenbach-Massaker, bei dem drei Menschen auf grauenvolle Weise hingemetzelt wurden. Die Geschichten, die sich darum ranken und die Schlucht selbst beherbergen Geheimnisse und Wahrheiten in sich, die man besser im Verborgenen lassen sollte, doch Salinger lässt nicht locker. Im weiter und weiter zieht es ihn hinab in einen Strudel aus Lügen und Vermutungen, bis er schließlich die ganze Wahrheit erfährt – zu einem hohen Preis, den seine Familie zu bezahlen hat …
Der Autor, Luca d’Andrea, stammt selbst aus der Gegend, von der er schreibt und das merkt man in jedem Detail: bei den Charakteren, bei der Landschaft, bei den Eigenheiten, wie sie einem Bergvolk eben innewohnen. Obwohl die Geschichte Fiktion ist, stellt man sich dennoch die Frage: Gibt es die Blettenbachschlucht wirklich? Und ist sie von prähistorischer Natur, mit all seinen dunklen Facetten? D’Andrea hat einen ausgesprochen guten Schreibstil, der fast jedes Kapitel mit einem Cliffhanger enden lässt. Immer wieder dreht sich das Schicksal-Karussell und es wird nicht langsamer bis zur letzten Seite. Das Buch verdient zu Recht das Prädikat „Spiegel-Bestseller“ und es würde mich nicht wundern, wenn aus diesem Plot eines Tages ein spannender Kinofilm gedreht werden würde.
Für mich gehört das Buch zu den Favoriten „Bestes Buch des Jahres 2017“
Der Tod so kalt
von Luca d’Andrea, ISBN: 978-3342104759-5