This is Ground Control …
Für die Seele , Zum Lachen / 12. Juli 2018

Tom Major wird durch einen blödes Zufall, bei dem er ein klein wenig nachhilft, zum 1. Astronauten auserkoren, der zum Mars fliegen soll, um dort den Bau einer Kolonie vorzubereiten. Dass seine Nominierung ausgerechnet am Todestag von David Bowie passiert – nun, manche sagen, das sei ein PR-Gag, denn plötzlich wird aus Tom Major, jener berühmte Major Tom. Da sitzt er alsdann in seinem Raumschiff auf dem Weg zum Mars, währenddessen sich irgendwo auf der Erde ein kleines familiäres Drama abspielt. Mrs. Gladys wird zunehmend dement und ihre beiden Enkel, die bei ihr in der Obhut sind, haben die größte Not dafür Sorge zu tragen, dass das nicht auffällt. Eines Tages läutet das Telefon bei Mrs. Gladys und in der Leitung ist Major Tom. Eigentlich wollte dieser ja ganz jemand anderen anrufen – aber egal, jetzt also führt er ein Gespräch mit der alten Dame und wird unweigerlich in das Schicksal dieser Familie hineingezogen. Kann ein Astronaut auf dem Weg zum Mars einer alten Dame helfen? Wer das Buch liest, wird es erfahren, dabei schmunzeln, ein bisschen weinen, manchmal herzhaft lachen und am Ende das Buch mit einem kleinen Seufzer schließen. Sommerlektüre pur! Mrs. Gladys und ihr Astronaut, von David…

Weil jeder Gegenstand eine Geschichte hat …
Für die Seele / 6. September 2017

Anthony Peardew ist sehr einsam und das seit dem Tag als seine Verlobte unerwartet starb. Das war vor mittlerweile 40 Jahren und doch denkt er jeden Tag an seine geliebte Therese und daran, dass er ein Versprechen nicht halten konnte. Als Anthony stirbt, vermacht er das gesamte Haus und all seinen Besitz Laura, seiner Haushälterin, die ihm in den letzten Jahren zur lieben Freundin geworden war. Laura ist zunächst überfordert, als sie erfährt, welche „kleine“ Bedingung an der Erbschaft hängt: sie soll alle Gegenstände, die Anthony in 40 Jahren gesammelt und katalogisiert hat, nach Möglichkeit den rechtmäßigen Besitzern zukommen lassen. So steht Laura in einem Arbeitszimmer voller Regale, die bis an die Decke gefüllt sind mit Haargummis, Tassen, Spielsachen, Schirmen, Handschuhen und sogar einer Keksdose gefüllt mit Asche. Laura macht sich an die Arbeit begleitet vom Gärtner Freddy und der Tochter der Nachbarn, Sunshine, die über eine besondere Fähigkeit verfügt … Ruth Hogans Roman ist ein Erstlingswerk in fein geschliffener Sprache. Es ist eine wunderbare Geschichte voller Liebe und Traurigkeit, voller menschlicher Schicksale und Zufälle, wie sie das Leben oft mit sich bringt. Das Besondere an diesem Buch ist die Idee, dass hinter jedem Gegenstand ein menschliches Schicksal steckt. Eine…

Alter ist vor allem Ansichtssache.
Für die Seele , Zum Nachdenken / 20. August 2017

Es kommt der Tag, da beginnt es zu zwicken und zu zwacken – nicht nur körperlich, sondern auch mental. Man merkt, dass man nicht mehr gewillt ist, gewisse Dinge hinzunehmen, oder aber, dass es immer öfter Dinge gibt, die einen schlichtweg nerven. Ist es das Alter, dass uns da zu schaffen macht? Wird die Seele, der Geist, mit dem Alter träge? Ist es nicht nur der Körper, der dem Zerfall ausgesetzt ist, sondern sind es auch die Gedanken? Uwe Böschemeyer nimmt in seinem neuen Buch, die Wehwehchens genauer unter die Lupe. Das Gute dabei: er nimmt sie nicht allzu ernst! Vielmehr versucht der bekennende Logotherapeut und Theologe uns auf jenen Pfad zu führen, der da lautet: es geht auch anders –  und zwar immer – und zwar in jedem Alter. Ja, man kann sich über vieles Sorgen machen, man muss aber nicht. Und ja, man kann sich immer öfter die Sinnfrage stellen, oder darauf vertrauen, dass der Sinn ein uns durchflutendes Energetikum ist, dass man nur finden muss. Sicher, jene, welche gerade in einer Krise stecken, mögen vielleicht die Stirn runzeln. Aber der Autor sagt mit keinem Wort, dass es leicht wäre. Er zeigt vielmehr in ganz vielen Sätzen auf,…

Zuneigung ist etwas, das im Verborgenen wächst
Für die Seele / 26. August 2012

Germain Chaze schnitzt Tiere, lebt in einem Wohnwagen im Garten seiner Mutter und zählt im Park die Tauben, denen er Namen gibt. Eines Tages begegnet er auf einer Parkbank Margueritte, einer alten zerbrechlichen Dame. Die beiden kommen ins Gespräch und bald schon entwickelt sich daraus eine wunderbare Freundschaft. Germain, der nicht lesen kann, hört Margueritte voller Faszination zu, wenn sie ihm aus einem Buch vorliest und ihm die Bedeutung der Wörter näher bringt. Als sie ihm schließlich ein Wörterbuch schenkt – mit den Worten, das sei ein wahres Labyrinth der Wörter – weiß Germain anfangs nichts damit anzufangen. Doch mit der Zeit entdeckt er den magischen Sog, der von Geschichten ausgeht. Vor allem dann, wenn man sie – dank des Wörterbuchs – zu verstehen beginnt! Und als Margueritte ihm eines Tages erklärt, dass sie bald nicht mehr vorlesen könne, weil sie erblindet, setzt Germain alles daran, des Lesen mächtig zu werden, um für die Dame, die er ins Herz geschlossen hat, das zu tun, was sie für ihn getan hat – vorzulesen. Der Roman von Marie-Sabine Roger ist unspektakulär und dennoch spannend. Er ist leise und dennoch hallen die Wörter im Kopf nach. Er ist zart und dennoch von einer…

Eine gute Begegnung ist manchmal auch eine Frage der Zeit
Für die Seele / 3. Mai 2012

Als Junge erkennt der Ich-Erzähler des vorliegenden Romans, dass er eine seltene Gabe besitzt: wenn sich sein Schatten mit dem eines anderen Menschen überschneidet, kann er plötzlich in das Innerste dieser Person hineinschauen. Auf diese Weise erfährt er die Wahrheit hinter mancher rauhen Oberfläche, die Traurigkeit hinter mancher Kindheitserinnerung und die Sehnsucht hinter mancher Verschlossenheit. Jahre später – als erwachsener Mann – erinnert er sich an jene Zeit zurück, in der er als Schattendieb unfreiwillig in die Seelen der Menschen geblickt hat. Mittlerweile ist er angehender Arzt und Dank seiner Gabe gelingt es ihm auf wundersame Weise einen Jungen zu heilen. Doch er selbst läuft noch nach Jahren seinen eigenen Träumen hinterher … Marc Levys neuer Roman ist von einer Feinfühligkeit, wie sie nur selten anzutreffen ist. Eine wunderbare Geschichte, die niemals kitschig wirkt und einem ganz schnell das Herz öffnet. Bücher wie diese sind Schmuckstücke der Schriftstellerei, Kleinode der Schreibkunst und verdienen es in den höchsten Tönen gelobt zu werden. Marc Levys Buch ist, um beim Titel anzuschließen: „Eine gute Begegnung, für die es wieder einmal Zeit wurde“. Wer Schatten küsst von Marc Levy, ISBN: 978-3-76450430-4

Die Zeit war meine erste Schöpfung
Für die Seele / 28. März 2012

„… ich wollte nicht, dass Dinge in meinem Universum einfach so passieren. Ereignisse ohne Ursache hätten zu einem rücksichtslosen Kosmos geführt, in dem bloß der Zufall regierte“, sagt Herr G., der gerade dabei ist das Nichts, in dem er seit Äonen mit seiner Tante und seinem Onkel verweilt, mit Etwas zu füllen. Und so schafft er zunächst die Zeit, die es erst möglich macht, dass selbst das Nichts ein vorher und ein nachher hat. Musik zum Beispiel konnte erst durch die Begrifflichkeit der Zeit zu einer Melodie zusammenwachsen. Vorher klang alles gleichzeitig oder gar nicht. Jetzt erklingt es in einer harmonischen Reihenfolge. Die Zeit war also Seine erste Schöpfung, gefolgt vom Raum und der Materie. Und von da an, erkennt Herr G., dass die Dinge ganz ohne Sein Zutun sich entwickeln. Urplötzlich taucht dann jedoch eine seltsame Person auf, die – so scheint es – von Herrn G. erschaffen wurde, obwohl er sich dessen nicht bewusst ist. Es ist dies Seine dunkle Seite, wenn man so will, Sein Gegenspieler oder – um es religiös auszudrücken, der Teufel höchstpersönlich … Es ist einmal mehr ein zauberhaftes Buch, das Alan Lightman hier geschrieben hat. Nicht oft hat man die Gelegenheit Gott bei seiner…

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Für die Seele / 16. Oktober 2011

Ein Buch von Elisabeth Lukas zu lesen ist in jeder Hinsicht ein erbaulicher Vorgang. Sei es, weil man etwas über die Logotherapie lernt oder weil man für sich selbst soviel Gutes entdecken kann. Auch diesmal zeigt die Autorin in ihrem Buch die verschiedenen Lebenssituationen auf, die mitunter zu psychischen Problemen führen und die mittels Logotherapie einen positiven Ausgang finden. Dabei ist das Buch kein Ratgeber im klassischen Sinn, nach dem Motto: „Tu dieses oder jenes“. Es ist auch kein Erfahrungsbuch im klassischen Sinn. Es sit vielmehr von allem etwas: Da werden Lebenssituationen von Patienten ebenso herangezogen, wie Ratschläge erteilt, dem ganze übergeordnet ist es jedoch ein Blick auf die Logotherapie, die erahnen lässt, welches Potenzial da dahinter steckt. Wie alle Bücher von Elisabeht Lukas kann ich auch hier nur meine beste Empfehlung abgeben! Zitate: „Nicht das Empfangene sollte über uns bestimmen, sondern das zu Gebende soll uns leiten.“ „Wie oft sind es erste die Ruinen, die den Blick freigeben in den Himmel.“ „Wer für nichts da ist, für den ist nichts da.“ „Das Freisein der Räder bedeutet nicht zwingend, dass sie sich in die richtige Richtung bewegen.“ „Im Sinnvakuum erlischt die Freude.“ „Wo alle Worte zuwenig wären, da ist jedes…

Ab und zu sollte man Inventur machen in seinem Leben …
Für die Seele / 26. Juli 2011

Es gibt nicht viele Bücher, die ich zwei Mal gelesen habe – dies hier ist eines. Schon der Titel „Seelenruhe“ bekommt im Kopf ein lautes Echo: genau das ist es doch, was „man“ sucht! Und Eva-Maria Altemöllers zusammengetragene Geschichten und Weisheiten ihrer Großeltern, sind jede Seite wert, die sie füllen. Manchmal wirken die Lebensweisheit ein wenig altmodisch zwar, das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, wer sie von sich gibt. Und gerade diese manchmal leichte Angestaubtheit der Meinungen und Gedanken wecken im Leser eine latente Sehnsucht – nach Langsamkeit, nach Stille, nach Einfachheit, nach Werten. Es ist, als würde man in sich einen Ton zum schwingen bringen, der sich unwiderruflich bis ins Bewußtsein vorarbeitet. Der Klang einer inneren Ordnung, den wir in unserer mitunter mehr als lauten Welt schon gar nicht mehr vernehmen können. Und auch wenn der Brief der über 90jährigen Großmutter an die Autorin das eine oder andere an „Weisheit“ beinhaltet, die wir in unserer emanzipierten Welt nicht mehr so sehen, so spürt man doch die unendliche Güte in den Worten. Ein paar schöne Sätze: – „Ab vierzig ist jeder für sein Gesicht selbst verantwortlich. Schönheit hat spätestens dann nämlich etwas mit Charakter zu tun.“…

Man stirbt nicht bei dem Anblick eines XXL-Oberschenkels
Für die Seele / 14. März 2011

„Eigentlich wollte ich ein Buch über dicke Frauen schreiben“ – lautet der erste Satz in diesem Buch. Doch dann wurde es ein Buch gegen den Schlankheitswahn. Was auf den ersten Blick auf das gleiche hinausläuft, unterscheidet sich im Detail sehr wesentlich. Das Buch ist jetzt auch für jene (gar nicht mal so kleine) Gruppe von Menschen, die sich schon bei Kleidergröße 42 als „dick“ bezeichnen würden. Und bereits nach der 10seitigen Einleitung wird klar: Frau Asgodom wird nicht mit harten Worten geizen! Der erste Teil des Buches ist ein Befreiungsschlag, manchmal sogar ein Rundumschlag: In den 5 „T“ beleuchtet die Autorin zunächst warum wir dick werden – Talent (zum Essen),Trotz (jetzt erst recht), Trance (Gewohnheiten), Turbulenzen (Stress), Traurigkeit. Im Anschluss folgen die „Versöhnungskapitel“, die alle mit „L“ beginnen: Liebe (zu sich selbst), Lust(auf das was wichtig ist), Leichtigkeit (Begeisterung entwickeln),Laben (Essen bewusst machen),Lachen(wie wir auf andere wirken). Was in den „T“-Kapitel manchmal schon übertrieben schien – als Leser hat man fast das Bedürfnis zu sagen „Ja, danke ich hab’s kapiert“, steigert sich in den „L“-Kapiteln dann zu einem Live-Auftritt der Autorin, die ja berühmt ist, für ihre Bühnenpräsent und Stärke in Vorträgen. Das heißt: jetzt spricht sie so, als stünde…

… weil selbst eine Schneeflocke Gewicht hat
Für die Seele / 12. Januar 2011

Das Leben taucht jeden von uns in Licht und Schatten. Tage der Freude kommen und gehen ebenso wie Tage der Trauer und des Verlustes. Und doch verharren wir in den „dunklen Tagen“ oftmals länger als gut ist und manchmal kommt uns die Sinnfrage, die letztendlich durch den Nebel eines Verlustes oder eines Schmerzes nicht mehr beantwortet werden kann. Die Logotherapie nach Viktor Frankl beschäftigt sich mit der Sinnbefragung – gerade in schwierigen Zeiten. Kann eine Krise, eine Krankheit oder ein Schmerz nämlich in einen begreifbaren Sinnzusammenhang gestellt werden, wird das Leben erträglicher. Mehr noch: der Mensch kann daraus gestärkt hervor gehen! Im vorliegenden Band geht es verstärkt um die Verbindlichkeiten und ihre Bedeutung für die seelische Gesundheit. Gemeint sind damit die Bindung an einen Ort (die Sehnsucht des Menschen nach Heimat), die Bindung an ein Vorhaben (weg vom Daseinsprovisorium hin zu etwas, das dem Leben Sinn gibt) sowie die Bindung an eine Person (das was wir Liebe nennen). Jede Bindung, die man eingeht birgt die Möglichkeit in sich, etwas zu verlieren. Diese Vergänglichkeit ist allgegenwärtig und es bedarf schon öfter im Leben einer Korrektur der Einstellung zu einer Sache, einer Person, um daran nicht zu zerbrechen. Frankl hat dazu die…