Gottes Wanderung auf irdischen Pfaden

2. Januar 2013
Als Dr. Jakob Jakobi, seines Zeichens erfolgloser Psychotherapeut, eines Nachts von seiner Ex-Frau heraus geläutet wird, ahnt er noch nicht, dass er wenig später mit einer gebrochenen Nase im Krankenhaus landen würde – k.o. geschlagen vom eifersüchtigen Lebensgefährten seiner Ex. Dort, im Krankenhaus, begegnet er Abel Baumann, einem Zirkusclown, mit mächtigen Problemen. Er sei nämlich Gott, gefangen in einem irdischen Körper, so die Selbstanalyse des Artisten. Da Jakob gerade nichts Besseres zu tun hat, beschließt er, Abel als seinen Patienten aufzunehmen. Und damit beginnen die Scherereien. Abel Baumann besitzt offenkundig eine gewisse Gabe der Vorausahnung, nur leider begrenztes Talent, wenn es darum geht, Dinge wieder ins Lot zu bringen. Nach und nach erfährt Dr. Jakobi von Baumann, dass ihm der Job als Allmächtiger zunehmend schwerer fällt und immer öfter misslingt. Dennoch – so scheint es – ist es genau dieser Zirkusclown den Jakob gebraucht hat, um in seinem eigenen Leben endlich ein paar Dinge zu bereinigen…
Das Buch von Hans Rath ist ein köstliches Stück Lesefreude. Kurzweilig, mit einer gehörigen Portion Humor, spannend und tragisch zugleich. Als Leser wünscht man sich ziemlich schnell, dass man selbst einmal so einer Person begegnen würde – einem menschlichen Gott, dem Fehler unterlaufen, der bei aller Mühe ganz einfach nicht überall sein kann und dem seine eigene Schöpfung ganz offensichtlich entglitten ist.  Es ist ein nettes Lesevergnügen, auch wenn das Ende ein wenig seltsam erscheint und Fragen offen lässt.


Und Gott sprach: wir müssen reden!

von Hans Rath, ISBN: 978-3805250443

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