„Besser einschätzen, was kommt.“
Zum Nachdenken / 13. November 2016

In Amerika wurde ein mehrjähriger Test durchgeführt, in dem es darum ging, die Vorhersagefähigkeit von Ereignissen zu verifizieren. Verschiedene Personengruppen von Geheimdiensten waren daran ebenso beteiligt, wie eine Gruppe zufällig zusammengewürfelter Menschen, die – jeder für sich – bestimmte Fähigkeiten der Analyse mitbrachten. Dabei waren keineswegs nur Wissenschaftler oder Mathematiker beteiligt, sondern ganz durchschnittliche Menschen, die jedoch die Fähigkeit besaßen, Dinge anders zu analysieren, genauer zu beobachten, die sich auch nicht davor scheuten, ihre Prognosen zu ändern und die vor allem untereinander von den unterschiedlichen Zugängen zu einem Thema profitierten. Das Ergebnis: diese Superprognostiker schnitten um bis zu 30 % besser ab, als die teuer bezahlten Analytiker der Geheimdienste! In diesem Buch beschreibt der Autor und Initiator der Gruppe von Superprognostikern die Vorgehensweise, die Fehler, die passierten – und immer noch passieren und wie man diese Art von Analyse vielleicht auch für die eigenen Entscheidungen einsetzen kann. Es ist überaus spannend zu lesen, dass das Hauptproblem, das als Frage oft im Raum steht, leichter zu beantworten ist, wenn man es in Subfragen einteilt (die Fermisierung). Es ist aber auch gut zu wissen, dass bei jedem Ausschlagen einer Ereigniskurve man davon ausgehen kann, dass es eine Regression zur Mitte geben wird….

Du musst hart an dir arbeiten, um deine Gedanken so zu ordnen, dass sie einfach werden …
Zum Studieren / 15. August 2013

Dieses Zitat, das von Steve Jobs stammt, erklärt den Beweggrund von Gerd Gigerenzer ein Buch über das Risiko zu schreiben. Denn – so die Überzeugung des Autors – unsere Welt ist zwar vernetzter geworden, was nicht gleichbedeutend damit ist, dass wir über mehr Wissen verfügen. Denn schließlich ist Wissen nicht Gewissheit, ebensowenig wie Glaube Ungewissheit ist. Dass Finanzsysteme dennoch den Eindruck vermitteln Gewissheit darüber zu haben, wie sich die Wirtschaft entwickelt oder welche Richtung die Börse einschlägt, ist eines von vielen Beispielen anhand denen uns Gerd Gigerenzer vor Augen führt, wie wir systematisch mit falschen Informationen Entscheidungen treffen. Kaum ein Arzt oder ein hochrangiger Manager versteht etwas von Statistik oder darüber, wie man sie zu kommunizieren hat. Da wird mit Zahlen und Prozenten hantiert, ohne ihre Zusammenhänge zu hinterfragen. Da werden im Gesundheitssektor Überlebensraten als Erfolgsmeldung verkauft, ohne über die Sterberate zu sprechen (Stichwort Früherkennung). Wer das Buch liest, braucht kein Mathematiker zu sein, um zu erkennen, was falsch läuft. Und wer das Buch liest, wird nie wieder einfach so auf das Wort seines Arztes oder auf die Empfehlung seines Bankberaters in Sachen Anlageformen vertrauen. Dabei ist das Ziel des Buches nicht, Panik oder Zweifel zu streuen, vielmehr geht es…

Entscheidend ist nicht, was man den Leuten erzählt, sondern wie man das macht …
Zum Nachdenken / 15. Januar 2011

Nassim N. Taleb präsentiert uns die Idee von Ereignissen, die uns unvorbereitet treffen, weil sie durch jede Statistik fallen. Er versucht uns zu erklären, wie es möglich ist, dass wir Dinge manchmal derart falsch einschätzen, bzw. dass wir schlichtweg überrumpelt werden. Das Thema an sich ist also durchwegs spannend, und wenn man sich hineinliest, offenbaren sich auch die Erklärungen. Ich möchte zunächst vorausschicken, dass ich auf dem Gebiet der Statistiken ein Laie bin und keinerlei Vorkenntnis besitze. Ich kann daher den WISSENSCHAFTLICHEN Wert des Buches nicht beurteilen. Für mich sind Erklärungen über die „retrospektive Verzerrung“ (das ist das, was passiert, wenn man Erlebtes nacherzählt) oder die „Arroganz des Wissens“ (die Überbewertung dessen, was wir glauben zu wissen) durchaus Neuland und interessant. Leider verpackt der Autor diese leichter verständlichen Dinge in sehr viel Fachsimpelei über Statistiken (Gauß’sche Kurve, etc) und in Abschweifungen auf sein privates Leben, was sich bremsend auf den Unterhaltungswert des Buches auswirkt. Wer sich jedoch ein bisschen in der Materie auskennt wird sich mit dem Buch leichter tun und es entweder als Humbug abtun oder als geniale Idee hochheben. Wer keine Ahnung hat, braucht Ausdauer beim Lesen und sollte das eine oder andere Kapitel einfach überspringen. Der schwarze…